Navigieren in Oetwil am See

Amphibien

Rund 70 % der einheimischen Amphibien stehen auf der Roten Liste. Sie sind vom Aussterben bedroht. Die Ursachen sind vielfältig: Lebensraumverlust durch Versiegelung, fehlende Laichgewässer, Pestizideinsatz und tödliche Hindernisse im Siedlungsraum. Besonders gefährlich sind Strassen, Randsteine und Sammelschächte, welche die natürliche Wanderung der Tiere unterbrechen oder zur Falle werden. Ohne Amphibienausstiegshilfen kommen die Tiere nicht mehr aus den Schächten heraus. Die Gemeinde setzt deshalb laufend Massnahmen zum Schutz der Amphibien um.  

Massnahme 1: Montierung und Erneuerung von Amphibienausstiegshilfen  

An sinnvollen Standorten werden Amphibienausstiegshilfen in Form von Krallmatten in Sammelschächten montiert. Frösche, Salamander und sogar Blindschleichen können sich mithilfe der Matte aus einem Schacht befreien. Wie die Tiere die Ausstiegshilfe nutzen und sich aus dem Schacht befreien, zeigen die Videos von Amphienschutz.ch unter «Amphibienschutz». 

Abbildung 8, Krallmatte im Schacht, Quelle; Gemeindeverwaltung Oetwil am See, Sky Wechsler 

Massnahme 2: Nächtliche Strassensperrungen während der Frühjahreswanderung der Amphibien 

Im Frühjahr wandern zahlreiche Amphibien von den Winterquartieren zu ihren Laichplätzen. In feuchten Nächten mit Temperaturen wenige Grade über Null setzt die Wanderung der Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche ein. Die Tiere sind meistens in der Nacht und in grossen Gruppen unterwegs. Queren sie dabei die Strasse, werden sie leider oft überfahren. 

In Männedorf laichen die Amphibien bevorzugt in den Waldweihern beidseits der Winterhaldenstrasse. Deshalb wird die Winterhaldenstrasse ab der Einmündung Bergstrasse (Gemeindegebiet Männedorf) bis zur Einmündung Chrüzlenstrasse (Gemeindegebiet Oetwil am See) während den Monaten Februar und März jeweils in der Nacht und nur temporär gesperrt. Die Zufahrt zum ZSA-Pfannenstiel und zur Regi Holz ist stets gewährleistet. Für die Winterhaldenstrasse ist jeweils keine Umleitung signalisiert, die Umfahrung erfolgt via Oetwil am See. 

Abbildung 9, Waldweiher zwischen Männedorf und Oetwil am See, Quelle: NVMU 

Tagsüber sind die Strassen normal befahrbar. Eine freiwillige Temporeduktion hilft, weitere Tiere zu schützen, die ausserhalb der Hauptwanderungszeit unterwegs sind. Ob eine Sperrung notwendig ist, wird täglich neu entschieden. Die Sperrung ist mit der Gemeinde Männedorf abgesprochen. Die Information, ob die Winterhaldenstrasse während der Nacht im Zeitraum von Februar und März gesperrt ist, finden Sie unter www.maennedorf.ch. 

Weitere Informationen zum Amphibienschutz finden Sie im Merkblatt des Schweizer Tierschutz STS.