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Umwelttipp - Blüten statt Beton

Wildbienen sind für unsere Ökosysteme von unschätzbarem Wert. Doch in der Schweiz ist fast die Hälfte der einheimischen Wildbienenarten gefährdet, wie eine aktuelle Liste des Bundesamts für Umwelt (BAFU) zeigt. Die gute Nachricht: Mit wenig Aufwand können wir Wildbienen in unseren Aussenräumen unterstützen.

Was haben die Skabiosen-Harzbiene, die Deichhummel oder die Glanz-Schmalbiene gemeinsam? Sie sind nur 3 von über 600 Bienenarten, die in unserem Land leben, und gehören zu den kritisch oder stark gefährdeten Wildbienen in der Schweiz. Insgesamt sind 45 Prozent der einheimischen Wildbienenarten vom Aussterben bedroht. Hauptursachen für die Bedrohung sind das Fehlen geeigneter Nistplätze und der Mangel an blühenden Pflanzen.

Honigbienen – nur eine der 600 Arten starken Bienenspezies – zählen nicht zu den gefährdeten Arten, können aber den Verlust an Wildbienen nicht kompensieren. Die Honigbiene ist als Generalistin bei der Bestäubung nicht überall gleich effizient. Manche Blumen fliegt sie gar nicht erst an. Wildbienen hingegen sind Spezialistinnen; viele besuchen zwar nur wenige Pflanzenarten, bestäuben dort aber äusserst wirkungsvoll. Einige Arten sind zudem auch bei schlechtem Wetter oder kühlen Temperaturen unterwegs.

Wer Wildbienen unterstützen möchte, kann dies direkt im eigenen Garten oder auf dem Balkon tun, denn die Hälfte der Schweizer Wildbienenarten lebt im Siedlungsraum. Aber was brauchen sie? Wildbienenhotels – an der richtigen Stelle angebracht – sind hilfreich, ihr Nutzen jedoch überschaubar, denn nur etwa 35 Arten nutzen die künstlichen Nisthilfen. Viele andere Wildbienen bevorzugen zum Nisten sandigen Boden, morsches oder totes Holz oder verdorrte Pflanzenstängel. Keine grosse Sache, wenn man über ein wenig Aussenraum verfügt.

Doch nützt die beste Unterkunft wenig, wenn kein Restaurant in der Nähe ist. Wildbienen sammeln Pollen und Nektar für ihre Brut und brauchen dafür Blüten, Blüten und nochmal Blüten, natürlich in erster Linie von einheimischen Pflanzen. Für die hoch spezialisierten Bienen gilt: Je diverser das Angebot, desto hilfreicher, auch auf dem Balkon.

Sie möchten mehr wissen? Hier finden Sie weitere Informationen:
WWF Zürich: Wildbienen und Biodiversität
Bundesamt für Umwelt BAFU: Rote Liste der Bienen
Bee-Finder: Standortbasierte Wildbienenförderung – Welche Wildbienen leben in meiner Nähe?
BirdLife Schweiz: Förderung von Wildbienen und blumenreichen Lebensräumen