Umwelttipp - Grünes Paradies dank mehr Nachlässigkeit
Gartenfans juckt es im Frühling in den Fingern. Spüren Sie es auch? Zeit, sich die Hände schmutzig zu machen. Wenn Sie dabei in den ersten warmen Sonnenstrahlen auf ein ungezähmtes Chaos treffen und erst mal ordentlich aufräumen müssen, haben Sie im Herbst alles richtig gemacht.
Manche Traditionen halten sich hartnäckig, auch wenn sie längst überholt sind. So auch bei der Gartenpflege. Wer schon im Herbst emsig sämtliche verdorrten Pflanzenreste schneidet, alle Beete leer räumt und jeden welken Blätterhaufen akribisch entfernt, mag sich an der perfekten Ordnung freuen. Der Natur hingegen tut man damit keinen Gefallen.
Die Profis hingegen wissen um die Anziehungskraft des ungeordneten Gartens – und lassen im Herbst einfach alles liegen. So können sich hier unzählige Insekten und auch Igel ihre Winterquartiere einrichten; in den verborgenen Winkeln, im abgefallenen Laub und unter Ästen finden sie Schutz und Ruhe. Einen naturnahen Garten schätzen auch die Vögel besonders im Frühjahr sehr: Sie nutzen jetzt die Überreste aus dem vergangenen Jahr, um sich für den neuen Lebenszyklus vorzubereiten, und bauen ihre Nester aus dem reichhaltigen Materialangebot – je unaufgeräumter, desto prächtiger ist diese natürliche Fundgrube.
Plagt Sie nun beim Blick auf Ihr perfekt aufgeräumtes Idyll vom letzten Herbst ein schlechtes Gewissen? Keine Sorge, jede neue Gartensaison ist eine frische Chance: Erlauben Sie Ihrem Garten ruhig auch im Frühling, seine wilde Seite zu zeigen. Ein gesundes Mass an Unordnung sorgt immer für mehr Leben. Ein insektenfreundlicher Garten ist das schönste Geschenk an die Natur
Sie möchten mehr wissen? Hier finden Sie weitere Informationen:
- SRF: 10 Tipps für einen naturnahen Garten
- NachhaltigLeben.ch: So gestalten Sie einen naturnahen Garten
- WWF: Biodiversität fördern – auf dem Balkon und im Garten